Verschmelzung mit der Volksbank Nagoldtal einstimmig beschlossen

Die Volksbank Herrenberg–Rottenburg konnte der Vertreterversammlung von einem ordentlichen Ergebnis im vergangenen Geschäftsjahr berichten. In einem Umfeld, das von einem historischen Zinstief und einem extremen Wettbewerb geprägt ist, hat sich die Bank solide entwickelt. Die Mitglieder sind am Erfolg ihrer Bank beteiligt und erhalten für 2013 wieder eine 5-prozentige Dividende.

Einstimmig beschlossen wurde von der Vertreterversammlung die Verschmelzung mit der Volksbank Nagoldtal eG. Beide Banken sind in der Region mit zusammen mehr als 56.000 Mitgliedern demografisch tief verwurzelt und erfolgreich. Durch diesen Zusammenschluss soll eine neue wettbewerbsstarke Bank entstehen, die die wachsenden Anforderungen ihrer Mitglieder und Kunden umfassend und nachhaltig erfüllen kann.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Michael J. Schulz, hieß die Mitgliedervertreter in der ersten ordentlichen Vertreterversammlung nach der Neuwahl willkommen. In neun Mitgliederversammlungen waren 169 Vertreter gewählt worden. 129 Mitgliedervertreter waren bei der Versammlung anwesend.

Neben den Gästen aus dem Geschäftsgebiet der Bank und dem genossenschaftlichen Verbund begrüßte der Aufsichtsratsvorsitzende insbesondere den Präsidenten des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes, Dr. Roman Glaser, sowie die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Volksbank Nagoldtal. Der Aufsichtsratsvorsitzende berichtete im Hinblick auf die anstehende Verschmelzung, dass man sich unter dem Motto „Gemeinsam die Segel richtig setzen“ in den vergangenen Monaten intensiv mit einer Weiterentwicklung der Struktur und Aufstellung der Volksbanken Herrenberg–-Rottenburg und Nagoldtal auseinandergesetzt habe. „Die regulatorischen Anforderungen haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Zusätzlich wird vor dem Hintergrund der sich abschwächenden Ertragsaussichten im Bankenbereich und den stetig steigenden Kosten der Handlungsspielraum für die Zukunft enger. Vor diesem Hintergrund steht die heutige Vertreterversammlung vor einer wichtigen Weichenstellung für die Zukunfts- und Leistungsfähigkeit unserer genossenschaftlichen Bank.“

Ordentliches Geschäftsergebnis für 2013

Vorstandssprecher Helmut Gottschalk ging zu Beginn seines Berichtes auf die anhaltende Niedrigzinsphase und die Auswirkungen für Kunden und Bank sowie die wirtschaftliche Entwicklung ein. Er informierte die Mitgliedervertreter da­rüber hinaus, dass die Europäische Bankenunion nun beschlossen sei und sich dadurch die Bankenabgabe voraussichtlich vervielfachen werde.

Für das vergangene Geschäftsjahr weist die Volksbank Herrenberg–Rottenburg – trotz schwieriger Rahmenbedingungen und des harten Wettbewerbs aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase – ein ordentliches Ergebnis aus. Die Kundenkredite wuchsen kräftig um rund 5 Prozent auf 929 Millionen Euro. Die privaten Darlehen stiegen um 6 Prozent auf 650 Millionen Euro, wobei hier vor allem die privaten Baufinanzierungen zu Buche schlugen, mit denen sich die Kunden die extrem niedrigen Zinsen langfristig sicherten. Mit 279 Millionen Euro weisen die Firmenkredite ein Plus von rund 3 Prozent auf. Aufgrund der guten wirtschaftlichen Verfassung der gewerblichen Kunden ist die Risikosituation der Bank entspannt, sodass per Saldo sogar Wertberichtigungen für die Abschirmung von Kreditrisiken aufgelöst werden konnten. Die betreuten Kundengelder insgesamt nahmen um 2 Prozent auf 1.321 Millionen Euro zu. Hier hat das Wertpapiergeschäft weiter kräftig zugelegt: Das Anlagevolumen auf Kundendepots stieg um mehr als 6 Prozent auf 352 Millionen Euro. Die Kundeneinlagen bewegten sich mit 969 Millionen Euro auf einem stabilen Niveau.

Die Bilanzsumme stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 7 Prozent auf 1.433 Millionen Euro. Im Dienstleistungsgeschäft konnten 2013 gute Ergebnisse erreicht werden. Gute Erfolge kann auch die Tochtergesellschaft Gäu Neckar Immobilien vorweisen. Die Tochtergesellschaft Fischer Versicherungsmakler weist ein ordentliches Vermittlungsergebnis aus. In Bezug auf das Bausparen war 2013 für die Bank ein absolutes Rekordjahr.

Der harte Wettbewerb und die Niedrigzinsphase haben den Zinsüberschuss geschmälert. Aufgrund eines gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Provisionsergebnisses und eines stabilen Verwaltungsaufwands liegt das Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau. Durch das Wachstum in wichtigen Geschäftsfeldern und ein wirksames Kostenmanagement hat die Volksbank Herrenberg–Rottenburg insgesamt ein ordentliches Jahresergebnis erreicht, das die kräftige Stärkung ihrer Reserven und Rücklagen ermöglicht.

Erneut 5 Prozent Dividende für die Mitglieder

Für 2013 weist die Bank einen Gewinn von rund 3,1 Millionen Euro aus. Die Mitglieder erhalten eine im Vergleich zu den Zinsen am Geld- und Kapitalmarkt außerordentlich attraktive Dividende von 5 Prozent auf die Geschäftsguthaben. Rund 1,1 Millionen Euro werden als Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet. Das gute Jahresergebnis und eine nach wie vor entspannte Risikosituation ermöglichen der Bank, zum einen 2 Millionen Euro den Rücklagen zuzuführen und zum anderen eine zusätzliche Reservenstärkung durch Zuführung von rund 4 Millionen Euro in den Fonds für allgemeine Bankrisiken vorzunehmen.

Bericht des Aufsichtsrats

Michael J. Schulz, Vorsitzender des Aufsichtsrats, bestätigte die gute Entwicklung der Volksbank Herrenberg–Rottenburg im vergangenen Geschäftsjahr Die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung des Jahresabschlusses 2013, der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung des Vorstands wurde vom Genossenschaftsverband Bayern e. V. durchgeführt, da Vorstandssprecher Helmut Gottschalk Vorsitzender des Verbandsrats des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes ist.

Wie Michael J. Schulz ausführte, habe der Aufsichtsrat im Jahr 2013 seine Aufgaben, die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung übertragen sind, in vollem Umfang erfüllt. Der Aufsichtsrat habe sich während des Geschäftsjahres vom Vorstand regelmäßig in den turnusmäßigen Sitzungen und in den Sitzungen seiner Ausschüsse sowie im Rahmen einer zweitägigen Klausur im November 2013 über die aktuelle Geschäftsentwicklung, anstehende Vorhaben und die strategische Weiterentwicklung der Bank unterrichten lassen. Aufgabe von Vorstand und Aufsichtsrat sei es, strategische Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. In der Aufsichtsratsklausur Ende vergangenen Jahres habe der Aufsichtsrat nach eingehender Analyse und Beratung den Vorstand beauftragt, Gespräche mit der Volksbank Nagoldtal zu führen. „Im Interesse der nachhaltigen wirtschaftlichen Förderung der Mitglieder und Kunden sind sowohl Vorstand wie auch Aufsichtsrat davon überzeugt, dass die Verschmelzung der Volksbank Herrenberg–Rottenburg und der Volksbank Nagoldtal der richtige Schritt ist“, betonte Michael J. Schulz. Durch die umfassenden Informationen des Vorstands bei grundsätzlichen Fragen zur Geschäftspolitik konnte der Aufsichtsrat seiner Beratungsfunktion stets gerecht werden. Die strategische Ausrichtung der Bank werde vom Aufsichtsrat in vollem Umfang befürwortet. Alle Beschlüsse, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, wurden ordnungsgemäß gefasst. „Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand ist unverändert konstruktiv und vertrauensvoll. Die Geschäftspolitik wird vom Aufsichtsrat einmütig unterstützt."

Wirtschaftsprüfer Christian Zeislmeier vom Genossenschaftsverband Bayern bestätigte anschließend der Bank eine solide wirtschaftliche Entwicklung und deren ordentliche Vermögens- und Ertragslage. Er trug das zusammengefasste Prüfungsergebnis für das Geschäftsjahr 2013 vor. Die Prüfung habe zu keinen Einwendungen geführt. Es wurde der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt.

Nach der Beschlussfassung der Vertreterversammlung über den Prüfungsbericht, die Feststellung des Jahresabschlusses und die Verwendung des Bilanzgewinns übernahm der Oberbürgermeister der Stadt Rottenburg, Stephan Neher, die Versammlungsleitung. Vorstand und Aufsichtsrat wurden von der Vertreterversammlung einstimmig entlastet.

Wahlen zum Aufsichtsrat

Die von den örtlichen Beiräten nominierten Aufsichtsräte wurden von der Vertreterversamnmlung wiedergewählt: Gabriele Hagner, Brigitte Hoffmann, Dr. Eberhard Kern, Christl Resch und Rolf Schneider. Neu gewählt wurde Theo Steck (für den ausscheidenden Aufsichtsrat Gunther Schmid).

Anschließend fand die Wahl des Wahlausschusses zur Vertreterwahl statt.

Verschmelzung mit der Volksbank Nagoldtal eG

Vorstandssprecher Helmut Gottschalk informierte die Mitgliedervertreter über den vorgesehenen Zusammenschluss und erläuterte Einzelheiten des Verschmelzungsvertrags. Er erklärte, dass das Niedrigzinsumfeld Druck auf den Zinsüberschuss der Banken ausübe und deren Ertragskraft abschmelzen ließe. Zudem verursache die Umsetzung regulatorischer Anforderungen erheblichen Aufwand für die Bank. Spielräume für mögliche Synergien im Kostenbereich seien weitgehend ausgeschöpft. Dies führe mittelfristig zu sinkenden Ergebnissen und schmälere die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit. Das Ziel sei, im Sinne des genossenschaftlichen Förderauftrags den Mitgliedern und Kunden nachhaltig attraktive Leistungen zu bieten, was jedoch ein ausreichendes Ergebnis zur Stärkung des Eigenkapitals erfordere.

In diesem Sinne sei der Zusammenschluss der beiden genossenschaftlichen Banken zu sehen, der auf Augenhöhe stattfinde. „Beide Banken haben eine gute Stellung am Markt und handeln aus einer Position der Stärke heraus. Gemeinsam schaffen wir bessere Voraussetzungen, den genossenschaftlichen Auftrag zur Förderung der Mitglieder zu verwirklichen.“ Es gehe darum, langfristigen Erfolg zu sichern und Kräfte und Ressourcen zu bündeln. Der Zusammenschluss biete zusätzliche Chancen für nachhaltiges Wachstum, größere Ertragspotenziale, betriebswirtschaftliche Synergiepotenziale sowie eine bessere Begleitung mittlerer und größerer Firmenkunden. Wie im Verschmelzungsvertrag verankert, biete die gemeinsame Bank auch künftig sichere Arbeitsplätze und werde als Arbeitgeber attraktiver. Betriebsbedingte Kündigungen werde es anlässlich der Verschmelzung nicht geben.

Danach zeigte der Vorstandssprecher die Eckpunkte des Verschmelzungsvertrages auf, unter anderem:

  • Vermögensübertragung und Gesamtrechtsnachfolge: die Volksbank Nagoldtal eG ist die übertragende und die Volksbank Herrenberg-Rottenburg eG die übernehmende Bank. 
  • Der Geschäftsanteil beträgt bei der Volksbank Herrenberg–Rottenburg eG 100 Euro und wird im Zuge der Verschmelzung auf 50 Euro herabgesetzt – ebenso die Haftsumme.
  • Die Firmierung der Genossenschaft soll nach der Verschmelzung Volksbank Herrenberg–Nagold–Rottenburg eG lauten. Juristischer Sitz der Genossenschaft ist Nagold.
  • Die gemeinsame Bank wird drei Hauptstellen haben (Herrenberg, Nagold, Rottenburg) mit umfassender Kundenbetreuung im Privat- und Firmenkundengeschäft, Vorstandspräsenz und Ansiedlung zentraler Bereiche.
  • Die Vertreterversammlungen werden abwechselnd in Herrenberg, Nagold und Rottenburg abgehalten. Die erste Vertreterversammlung nach der Verschmelzung soll 2015 in Nagold stattfinden.
  • Der Vorstand wird bestehen aus Helmut Gottschalk (Sprecher), Jörg Stahl (stv. Sprecher), Dr. Maximilian Binzer, Ralf Haller und Axel Lekies. Der Aufsichtsrat der vereinigten Genossenschaft wird aus 19 Mitgliedern bestehen, und zwar aus 11 Aufsichtsratsmitgliedern der übernehmenden und 8 Aufsichtsratsmitgliedern der übertragenden Genossenschaft.
  • Aufsichtsratsvorsitzender wird Walter Seeger (Nagold), erster stv. Aufsichtsratsvorsitzender Michael J. Schulz (Rottenburg) und zweiter stv. Aufsichtsratsvorsitzender Siegfried Dierberger (Herrenberg).

Nach dem Verlesen des Prüfungsgutachtens zur Verschmelzung durch den Präsidenten des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes, Dr. Roman Glaser, beschloss die Vertreterversammlung einstimmig diesen Zusammenschluss.

Darauf folgten die Beschlussfassungen über damit in Zusammenhang stehende Satzungsänderungen sowie die Wahlen zum Aufsichtsrat gemäß Verschmelzungsvertrag und weitere damit zusammenhängende Punkte.

 

Im Anschluss an die Beschlussfassungen erhielt Willi Gauß für 25 Jahre Mitgliedschaft im Aufsichtsrat die Silberne Ehrennadel mit Urkunde des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes durch des­sen Präsidenten Dr. Roman Glaser überreicht. Danach verabschiedete Bankdirektor Helmut Gottschalk das ausscheidende Aufsichtsratsmitglied Gunter Schmid.